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Dropshipping – Eine Alternative im E-Commerce?

Dropshipping wächst, und bietet viele Chancen und Möglichkeiten.

Das Internet hat an vielen Stellen sehr viel verändert. Heute ist es relativ einfach sich mit einer Handelsplattform selbstständig zu machen. Über eine solche Plattform werden zum Beispiel Möbel, Hüllen für Handys, Küchenartikel, Werkzeuge und vieles mehr verkauft. Täglich gibt es neue Angebote, Versender und Online-Shops. Bei so vielen Angeboten könnte man meinen, dass es landauf und landab eine riesige Lagerhalle nach der anderen geben müsste. Doch dem ist nicht so, auch wenn in und um vielen Ballungsgebieten herum Güterverkehrszentren entstehen und stetig wachsen. Was hat es mit diesen Logistikzentren auf sich, und welches Handelsmodell,wie beispielsweise Dropshipping, ist bei uns seit Jahren auf dem Vormarsch?

Mehr und mehr Gründer, Online-Händler und zukünftige Internetunternehmer suchen nach Möglichkeiten, um sich vom konventionellen Handel zu emanzipieren und neue Wege zu gehen. Doch will man etwas online verkaufen, dann braucht man auch Lagerplatz – und Lagerplatz kostet Geld. Deshalb etabliert sich seit einigen Jahren das Handelsmodell Dropshipping. Doch diese Methode ist nicht neu, sondern kommt aus dem Bereich der Logistik. Dort wird dieses Geschäftsmodell schon lange angeboten, und als Streckengeschäft bezeichnet. Hierbei werden Waren bei einem Großhändler gelagert. Geht eine Bestellung ein, dann wird die Ware direkt vom Großhändler zum Kunden geliefert. Diese Form der verteilten Lieferungen gibt es schon lange, zum Beispiel für Massenwaren, Möbel, Lebensmittel oder Baumaterialien. Gerade schwere oder sperrige Güter können so landesweit einfach verkauft und ausgeliefert werden.

Durch die zunehmende Digitalisierung wächst die Verbreitung des Dropshippings mehr und mehr. Praktisch in allen Ecken der unterschiedlichsten Handelsbereiche finden wir das Prinzip. Die Liste der gehandelten und verschickten Waren reicht von A wie Angelzubehör bis Z für Waren aus dem Zoohandel für den Haus- und Kleintierbedarf.

Warum ist das Prinzip Dropshipping so attraktiv für den Onlinehandel?

Das Prinzip Dropshipping hat durch den zunehmenden Onlinehandel mehr an Bedeutung gewonnen. Für viele Gründer, die auf Handel und Versand von Gütern setzen wollen, ist dieses Prinzip nahezu ideal. Der Wirtschaftsprofessor Günter Faltin hat in seinem Buch „Kopf schlägt Kapital“ das Prinzip der flachen Hierarchien, des Outsourcings und des Distanzhandels auf eine einfache Formel gebracht. Finde eine Lösung, die mindestens doppelt so gut ist, wie bestehende Lösungen und im Gegenzug nur die Hälfte des üblichen Preises kosten. Zu diesem Prinzip gehört es unter anderem auch, Lieferketten flach und so direkt wie möglich zu gestalten. Ziel hierbei ist es, die eigenen Lagerkapazitäten auf ein Minimum zu begrenzen – oder ganz darauf zu verzichten, und Waren möglichst direkt und schnell zu verkaufen.

Um dieses Prinzip selbst zu erforschen und zu testen hat Günter Faltin Ende der 70er/Anfang der 80er Jahre die Teekampagne ins Leben gerufen. Hier wird der sehr beliebte Darjeeling-Tee am Ursprungsort in 1 A-Qualität eingekauft, nach Deutschland verschifft, in 1-Kilo-Pakete verpackt und direkt an Kunden ausgeliefert, die schon bestellt haben. Letztlich wird hier die Ware an einen Großhändler geliefert. Dieser hat sich dann um das Umpacken und Versenden an den Endkunden gekümmert. Im Büro der Teekampagne musste man nur noch die Schecks einreichen und das Geld zählen. Das gesamte Geschäft lief über Anzeigen und klassische Werbung, Bestellungen wurden angenommen, die Ware beschafft und dann wiederum direkt an Kunden ausgeliefert. Damals war das für Waren des täglichen Lebens etwas vollkommen Neues, heute ist es im digitalen Handel alltäglich.

Ein anderes Beispiel aus der heutigen Zeit ist der Hersteller von Hüllen für Smartphones und Tablets KAVAJ. Dieses Unternehmen ist praktisch ein rein virtuelles Unternehmen, denn die Angestellten sitzen deutschlandweit verteilt, die Lieferungen kommen aus Asien und Amazon liefert zumeist direkt aus. Zwei Beispiele, die konsequent auf das Dropshipping-Prinzip setzen, und der zunehmende Onlinehandel treibt dieses Prinzip weiter an.

Das Dropshipping-Prinzip als Handelsmodell mit Wachstumspotenzial

Eines ist dabei sonnenklar. Das Dropshipping-Prinzip funktioniert nur deshalb so gut, weil der Onlinehandel stetig wächst und kontinuierlich an Bedeutung gewinnt. Kern dieses Handelsmodell ist es, dass der Kunde eben nicht in ein Geschäft geht, dort die Ware kauft und dann mit nach Hause nimmt. Vielmehr besuchen Kunden eine Website bzw. einen Onlineshop, schauen sich um, packen die gewünschten Waren in einen virtuellen Einkaufskorb, gehen zur Kasse und schließen die Bestellung ab. Die bestellten Waren kommen dann per Post bzw. Lieferdienst. Woher die einzelnen Waren kommen, wo der Firmensitz ist und das Nichtvorhandensein von realen Geschäftsräumen ist somit irrelevant.

Der Distanzhandel hat in den letzten Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Im Jahr 2016 wurden in Deutschland erstmalig mehr als 40 Milliarden Euro im Onlinehandel umgesetzt. Für Händler und Zulieferer (Suppliers) bedeutet das, dass das Dropshipping-Prinzip als Handelsmodell Zukunft hat. Hier sprechen die Suchanfragen bei Google eine deutliche Sprache. 2006 tauchten bei Google in deutschen Suchanfragen der Begriff zum ersten Mal auf. Seitdem haben die Suchanfragen, natürlich mit kleinen Schwankungen, zugenommen. Im Januar 2017 wurde ein Allzeithoch erreicht.

Betrachtet man bei den Trendergebnissen eine regionale Verteilung, dann zeigen die Zahlen, dass Hamburg, Sachsen, Bayern, Berlin und Nordrhein-Westfalen weit vorne liegen. Bringt man diese Zahlen mit dem KFW-Gründungsmonitor zusammen, dann erkennt man hier, dass in diesen Regionen viele Gründungen zu finden sind. Gerade Berlin und Hamburg liegen bei den Gründungen vor Hessen und Bremen. Danach folgen Nordrhein-Westfalen, Bayern und Niedersachsen.

Welche Vorteile sprechen für das Dropshipping-Prinzip?

Für den traditionellen Handel ist dieses Prinzip eine willkommene Ergänzung, um den eigenen Handel deutschlandweit, europa- oder sogar weltweit auszudehnen.Doch welche Vorteile bietet das Dropshipping-Prinzip, wenn man nicht auf ein eigenes Angebot setzt, sondern, gewissermaßen über Bande spielt, und ein bestehendes Verkaufssortiment unter eigener Flagge präsentiert und verkauft?

Die Schritte des Dropshippings

1. Will man sich selbständig machen und als Dropshipper ein eigenes Unternehmen gründen, dann braucht man hier sehr viel weniger Startkapital, als bei einem üblichen Business oder im klassischen Online-Handel, denn man verkauft selbst keine eigenen Waren und hat kein eigenes Verkaufssortiment, das vorfinanziert werden muss.

2. Außerdem gibt es kein Warenrisiko. Handelt man hingegen komplett selbstständig, dann kann es passieren, dass man auf einem gewissen Warenbestand sitzenbleibt. Oder diese Waren kann man nur mit einem deutlichen Abschlag verkaufen . Als Dropshipper braucht man das entsprechende Produkt nur aus seinem Portofolie zu entfernen … fertig, das war es dann auch schon.

3. Der dritte Vorteil ist, wie schon zuvor beschrieben, dass man kein eigenes Lager braucht. Logistik und Versand lagert man ebenfalls aus. Mit anderen Worten, als Dropshipper konzentriert man sich einzig und alleine auf den Kunden, die Promotion, um den Shop bekanntzumachen und um das Verkaufen.

Natürlich darf man an dieser Stelle nicht vergessen, dass es sich am Ende noch immer um ein Business handelt, um das man sich kümmern muss. Auch wenn in Bezug auf Produktion, Beschaffung und Logistik viele Details von alleine laufen, bzw.  entsprechende Profis übernehmen, lernt man, alle Elemente richtig zu kombinieren, so dass am Ende alles passt.

Warum ist Dropshipping nun so relevant?

Dropshipping ist sehr viel mehr, als einfach nur ein Trend. Vielmehr handelt es sich, wie schon im ersten Teil und in den Beispielen beschrieben, um eine konsequente Erweiterung und Ergänzung bestehender Handels-, Produktions- und Logistikprinzipien. Mehr noch, heute ist es einfacher denn je, sich mit wenig Kapital im Handelsbereich selbstständig zu machen. Es ist heute leicht, um nebenberuflich, vielleicht sogar von zu Hause aus, in die Selbstständigkeit zu starten. Man braucht eine gute Idee, um entweder die eigenen Produkte zu verkaufen (siehe Beispiele Teekampagne oder KAVAJ). Oder man profitiert von einem bestehenden Großhandels- und Logistikpartner, und setzt nur seinen eigenen Online-Shop auf. Das bedeutet aber auch, dass man die Tätigkeit als Unternehmer wahrnehmen muss. Man arbeitet viel AM eigenen Unternehmen , und weniger IM eigenen Unternehmen. Das IM Unternehmen arbeiten übernehmen, zumindest teilweise, die entsprechenden Dropshipping-Partner.

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