Beginnen wir diesen Exkurs mit einer traurigen Wahrheit: Der Mensch ist ein oberflächliches Wesen. Stellen wir uns einmal vor: Zwei Hersteller von Sportartikeln wollen auf Amazon Longboards verkaufen. Der erste Hersteller hat mit seinem Longboard ein miserables Produkt kreiert: Das Board ist zu teuer, hat kein gutes Fahrgefühl und ist anfällig für Reparaturen. Jedoch investiert der erste Hersteller in eine umwerfende Produktfotos, die Konsumenten sofort anspricht. Der zweite Hersteller hat dagegen in der Produktion auf Qualität und Expertise gesetzt und ein technisch hervorragendes Produkt erschaffen. Nur hat er den Artikel unprofessionell fotografieren lassen. Was wird passieren? 

Das haben Amazon Produktfotos mit Conversion Rates und Retourenquoten zu tun

Richtig – das erste Board wird sich verkaufen, obwohl das zweite sicher die bessere Wahl gewesen wäre. Was zeigt, dass exzellente Produktfotografien auf Amazon oder im Online Shop das A und O für eine hohe Conversion Rate sind. Die Titelbilder auf Amazon vermitteln dem Kunden innerhalb von Sekunden, wozu ein Produkt gut ist und welche Qualität es wohl hat. Allerdings sollten Produktbilder für Amazon nicht nur vorteilhaft, sondern auch akkurat sein: Das erste Longboard aus unserem Beispiel würde anfangs sicher häufig gekauft, aber dann in hohen Zahlen zurückgeschickt werden, weil die hochkarätigen Produktfotos bei Kunden Erwartungen weckten, die der Artikel letztendlich nicht erfüllen konnte. 

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Amazon Produktfotos selber machen

„Aber können wir die Amazon Produktfotografien nicht selber machen?“, fragen Sie sich vielleicht. Na ja, Ihre toughe, Ärmel hochrollende Do-it-yourself-Haltung in Ehren – aber den kreativen Teil der Aufgabe selbst machen zu wollen und die Professionellen dabei zu unterschätzen, ist ein typischer Denkfehler. Solange Sie selbst oder einer Ihrer Mitarbeiter nicht zufällig ein begnadeter Fotograf mit entsprechendem Equipment sind, wird dieses Vorhaben vor allem Zeit fressen und eher nicht zum gewünschten Ergebnis führen. Sich spontan eine Kamera und Beleuchtungstools zu kaufen und ein paar Youtube-Tutorials zu schauen, machen einen noch lange nicht zum professionellen Produktfotografen. Da sollten Sie sich nach Alternativen umsehen. 

Amazon FBA-Fotos aus China

Vielleicht haben Sie schon von der Möglichkeit gehört, FBA-Fotos in China anfertigen zu lassen. Wir wollen diese Option nicht schlechtreden, da es dort auf jeden Fall auch begabte Produktfotografen gibt. Allerdings wäre da eben die Sprachbarriere – und die Wahrscheinlichkeit, dass das Ergebnis nicht den Nagel auf den Kopf trifft, ist ziemlich hoch. In manchen Fällen verwenden chinesische Hersteller selbst bereits Produktfotografien: Dann können Sie Ihre Geschäftspartner fragen, ob Sie die Amazon Produktbilder auch mitbenutzen können. Jedoch sollten Sie mit dem Urheberrecht aufpassen und prüfen, ob der chinesische Hersteller diese Fotos auch wirklich verwenden und Ihnen die Nutzung erlauben darf. Denn eine Urheberrechtsverletzung bei kommerziellen Bildern kann Sie eine Menge Geld kosten. Es gibt ganze Anwaltskanzleien, die nichts anderes tun, als Abmahnungen zu verschicken – die Geldbußen können bei einem vierstelligen Betrag liegen. Autsch! Das sollten Sie unbedingt vermeiden. 

Die professionellste Option: Amazon Produktfotos erstellen lassen

Wenn Sie mit einer Agentur zusammenarbeiten, kann diese Ihnen Amazon Produktfotos nach einem kurzen Briefing und dem Übersenden des Artikels erstellen. Solche Agenturen arbeiten meistens mit verschiedenen Fotostudios zusammen. 

Vorteile von professionell erstellten Produktbildern für Amazon: 

  • Einfaches Procedere: Selbst wenn Sie skeptisch sind, müssen Sie zugeben, dass Sie nicht viel tun müssen, außer der Kreativagentur Ihre Vorstellungen mitzuteilen und einen Probeartikel zu übersenden. Sie können sich dagegen schon auf das Marketing konzentrieren.
  • Kreative Qualität macht sich bezahlt: Wenn Sie weder am Produktfotografen noch am Produkttexter sparen, hat Ihr Produkt wahrscheinlich eine hohe Conversion Rate und eine niedrige Retourenquote. 
  • Kontakte zu Produktfotografen: Bei der Zusammenarbeit mit Agenturen für Amazon Produktfotografien können Sie mit verschiedenen Fotografen ins Gespräch kommen.Vielleicht ist ein Fotograf dabei, der Ihre Corporate Identity versteht und auch in Zukunft gerne mit Ihnen arbeiten möchte. Dann könnten Sie eine langfristige Geschäftsbeziehung aufbauen und sich beim nächsten Mal den Weg über die Agentur sparen. 

Nachteile von professionell erstellten Produktfotos für Amazon: 

Schwierige Auswahl: Je nach Qualitätsanspruch kann der Preis für ein Produktbild bei schon 50 € anfangen, aber auch bei 5000 € enden. Welche Agentur ist also die Richtige? Wir raten Ihnen, auf Referenzfotos zu schauen und auf eine gute Kommunikation zu achten. Es gibt Wichtigeres, als nur den Preis zu drücken. 

Amazon Produktfotos – Richtlinien beachten, ja oder nein?

Viele Amazon Seller halten sich nicht an die Anforderungen für Amazon Produktfotos. In einigen Fällen gibt es keine Konsequenzen – wenn doch, ist es aber zutiefst ärgerlich. Denn Amazon löscht immer wieder Titelbilder von Produkten, die nicht den Amazon Produktfotos Richtlinien entsprechen. Ob er dieses Risiko eingehen will, muss also jeder Amazon Händler selbst entscheiden. Die wichtigsten Bedingungen sind: 

  • Das Produkt muss mindestens 80% des Titelbilds ausfüllen. 
  • Der Hintergrund auf dem Titelbild muss weiß sein.
  • Text, Logos und Designelemente dürfen auf dem Titelbild nicht zu sehen sein.

Zusätzlich zum Titelbild erlaubt Amazon sechs weitere Produktfotos. Diese eigenen sich, um auf den Unique Selling Point hinzuweisen und mögliche Anwendungen des Produkts zu zeigen. 

Unsere Tipps für Ihre Produktfotos auf Amazon

  • Entwickeln Sie eine eigene Ästhetik. Die Verführung ist vielleicht groß, auf die Konkurrenz zu schauen und deren Optik zu kopieren. Es ist aber nicht ratsam, da Ihr Produkt sonst zwischen verschiedenen Angeboten untergeht. 

  • Verwenden Sie hochauflösende Bilder von dynamisch fotografierten Produkten. Der Hersteller einer Zitronenpresse sollte nicht einfach nur die Maschine fotografieren lassen, wie sie auf der Küchenablage herumsteht, sondern lieber abbilden, wie frischer Zitronensaft gewonnen wird. Experimentieren Sie auch mit warmen Farben oder Schatteneffekten und lassen Sie kleinere Makel im Bild unbedingt retuschieren.

  • Spielen Sie mit den Emotionen! Wenn Sie handgeschliffene Weingläser aus Kristall verkaufen, zeigen Sie auf Ihren Produktfotos doch ein paar Freunde, die zusammen lachen und dabei einen Rotwein genießen. Das lädt zum Konsum ein.

  • Der Unique Selling Point muss ins Rampenlicht. Zeigen Sie auf den Fotos auch, warum der Kunde Ihr Produkt kaufen soll und nicht ein anderes. Falls nötig, erstellen Sie selbst einen Produktvergleich. Warum ist Ihre Zitronenpresse einfacher zu reinigen als Konkurrenzprodukte? Was macht den Handschliff der Kristallgläser besonderer als der übliche Maschinenschliff? 

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